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Sonntag, 18. Dezember 2011

Warum ich nicht aufgebe


Wir leben hier in einem Palast des Materiellen Überschusses und suchen jeden Tag vergeblich nach dem Glück. Es rinnt uns durch die Finger wie Sand. Was uns bleibt sind klebrige Körnchen voll Glück, nur Schatten dessen, was wir eben noch mit beiden Händen zu schöpfen versucht haben.

Ich kann nicht mehr. Ich halte es nicht mehr aus, diese Heuchelei jeden Tag auf neue. Ich habe gelernt das jeder Mensch es Wert ist geliebt zu werden - und ich stimme dem zu. Ich habe gelernt das wir im Kern gute, achtenswerte Geschöpfe sind – und auch dem stimme ich zu. Aber es ist nicht einfach sich das vor Augen zu halten.

Es gibt Momente, und dies ist einer davon, in denen mich das ganze Übel, welches diese Welt ausmacht, schier an den Rand der Verzweiflung treibt.
Damit ich jeden Tag Essen kann, damit ich ein Auto fahren kann und eine 100 Quadratmeter Wohnung haben kann, damit ich die Schule besuchen konnte und jetzt arbeiten gehen kann müssen jeden Tag auf neue Menschen elendig verrecken. Und damit alle anderen in diesem Palast des Überflusses das auch tun können, müssen ganze Bevölkerungsgruppen im Dreck leben und sterben. Der Luxus der uns hier jeden Tag umgibt ist geschmiedet aus der Verzweiflung, dem Blut und dem Elend anderer Menschen. Das geschieht ganz direkt, z.B. wenn ich Kleidung kaufe die Chinesische Billigarbeiter, die nicht viel mehr sind als Leibeigene, genäht haben. Das geschieht indirekt, wenn ich in einem Supermarkt einkaufe der Nahrungsmittel im Überschuss anbietet. Nahrungsmittel die anderen Menschen dafür fehlen. Oder wenn ich Fleisch kaufe das von Tieren stammt, die niemals das Sonnenlicht gesehen haben. Oder Milch von Kühen die abgeschlachtet werden, 22 Jahre vor ihrem natürlichen Tod, weil ihre Produktivität nachlässt. Gut, zumindest darüber kann ich selbst entscheiden und habe die einzige Mögliche Konsequenz daraus gezogen. Aber über das aller meiste kann ich eben nicht entscheiden. Alleine dadurch das ich hier lebe trage ich dazu bei, das dieses ganze elendige Getriebe weiterläuft – ein Getriebe das geölt wird mit den Tränen von Eltern, die ihre Kinder an Hunger, Krieg und Elend verloren haben.

„Wir laufen alle ganz gut im Getriebe voll stummer Schreie, die keiner hört.“

FdZ

Das Leid umgibt mich mit jeder Faser meines T-Shirts, mit jedem Stück Brot, mit jedem Atemzug den ich mache sauge ich es auf. Diese ganze Welt ist so voll von Leid das ich schreien möchte. Und mitten drin leben wir wie die Könige. Und werden damit nicht einmal Glücklich. Man kann gar nicht so viel essen, wie man kotzen möchte!

Und dann soll ich glauben das Menschen in ihrem Kern gute Wesen sind. Das es „nur“ der Egoismus ist, der ihre wahre, grundgute Natur überdeckt. In einer Welt die voll ist von Ungerechtigkeit, Mord und Gewalt, einer Welt in der jeden Tag Kinder totgefickt und Erwachsene zu Krüppeln geschlagen werden, in so einer Welt soll ich ernsthaft glauben das wir GUTE WESEN sind?!

Und doch tue ich es. Das ist das Paradoxe daran. Ich sehe die Welt mit klaren Augen, ohne den Vorhang aus medialer Schönmalerei und konsumgeprägtem Stumpfsinn. Oder zumindest erzähle ich mir das gerne. Vielleicht kann ich grade deswegen an das Gute im Menschen glauben.

In meiner Religion wird das gute im Menschen Buddha Natur genannt. Es ist der wahre Kern eines jeden Lebewesens, gleichgültig von welcher Art es ist. Aber dieser Kern wird überdeckt von einer dicken Schicht aus Ignoranz. Ignoranz gegenüber dem eigenen Ich. Oder anders gesagt: Wir halten uns alle für viel zu wichtig. Und weil wir das tun machen wir die Augen zu vor Elend und Leid, Streiten wir und mit anderen um unsere Ehre, unseren Stolz oder unseren Parkplatz. Jede negative Emotion kommt nur daher: das wir uns selbst für das wichtigste Wesen auf diesem Planeten halten. Und selbst wenn wir das nicht wollen: wir tun es trotzdem. Auf einer Ebene die uns selbst nicht bewusst ist. Ich bin da keine Ausnahme. Im Gegenteil: Ich bin ein ausgesprochen großer Egoist. Das ich versuche es nicht zu sein ändert an der Tatsache an sich rein gar nichts.
Und weil wir alle Egoisten sind, finden negative Gefühle einen Nährboden in uns. Angst, Hass, Stolz, Wut- das alles ist nur der Gipfel. Egoismus manifestiert sich viel subtiler. In kleinen Gedanken, die sich in uns festsetzen wie Zecken. Das tragische daran ist das die aller meisten negativen Emotionen sich auf in negativen Taten manifestieren. Wir lügen, wir morden, wir stehlen. Jeder von uns. Und ob wir unsere Frau verbrennen weil sie Fremdgegangen ist, oder Leichenteile von Tieren essen weil wir glauben ein Recht darauf zu haben ist dabei zweitrangig. Tatsache ist: wir handeln egoistisch und tragen dabei dazu bei, das die Welt ist wie sie ist.
Aber unter dieser Schicht aus Egoismus, unter diesem ganzen Weltbild das wir uns zurechtgebogen haben um uns nicht mehr Elendig zu fühlen sind wir alle reine, gute, ja sogar perfekte Wesen. Es ist wie ein Diamant der von einer dicken Schicht aus Stein bedeckt in uns darauf wartet, freigelegt zu werden. Warum ich daran glaube? Weil es der einzige Grund ist weiter zu kämpfen. Weil ich sonst untergehen würde in dieser Welt aus Hass und Elend.
So bleibt ein kleiner Funken Hoffnung. Ich habe etwa das ich ändern kann, ganz direkt. Nicht die Welt kann ich ändern, diesen Moloch aus Leid und Tränen. Aber mich kann ich ändern. Schrittweise, nur sehr langsam. Aber ich kann es. Ich kann kämpfen darum nicht so zu sein wie ich niemals werden wollte. Ich kann kämpfen darum auch an andere als an mich zu denken. Und das ist es was mich weitermachen lässt. Es ist nur manchmal schwer mich daran zu erinnern, wenn das Leid all zu offen zu Tage tritt.

Donnerstag, 29. April 2010

Messantropie (oder warum die Menschheit ein Krebsgeschwür ist)



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Wenn ich mir so was ansehe, dann weiss ich nicht was ich denken soll. Die Menscheit hat sich auf diesem Planeten breitgemacht, und sie hat in einigen Sekunden (Evolutionsgeschichtlichen Sekunden) etwas zerstört, dass über Jahrmilliarden gewachsen ist. Die Menschheit ist die größte Naturkatastrophe, die diese Erde jemals gesehen hat. Und sie wird diesen Planeten vernichten, über kurz oder lang.

Ich würde das gerne anders sehen. Ich würde gerne sagen das wir nur noch mehr Zeit brauchen, um uns zu entwickeln. Das es Zeichen gibt, die darauf hindeuten das wir uns verändern. Aber so optimistisch bin ich nicht.
Ich sehe wie wir mit unserem Planeten und unseren Mitmenschen umgehen. Und ich sehe das wir uns selbst auslöschen werden (was nicht tragisch ist), und mit uns diesem gesamten Planeten (was tragisch ist.). Aber ich sehe auch Hoffnung. Die Hoffnung das dieser Planet, nachdem er sich von dem Erholt hat was wir hier heute angrichten, also in ein paar Billionen Jahren,wieder blühen wird.
Vielleicht muss die Zivillistation, wie wir sie heue kennen erst vernichtet sein, damit die überrste der Menscheit aus den Fehlern ihrer Ahnen lernen können. Aber das ist nur eine winizge Hoffnung... mehr nicht.

Mittwoch, 14. April 2010

A Divine Image




William Blake:

A Divine Image

Cruelty has a Human Heart,
And Jealousy a Human Face;
Terror the Human Form Divine,
And Secrecy the Human Dress.

The Human Dress is forged Iron,
The Human Form a fiery Forge,
The Human Face a Furnace seal'd,
The Human Heart its hungry Gorge.


Eines Gottes Ebenbild

Grausamkeit hat ein Menschenherz
und Eifersucht Menschengesicht;
Schrecken birgt göttliche Menschenform
und Menschenkleid zeiget das nicht.

Des Menschen Kleid ist geschmiedet
in Menschenforms loderndem Grund.
Das Menschengesicht: ein verschlossener Herd
und sein Herz ein hungriger Schlund.



Absatz


Jeden Tag geschehen Dinge auf dieser Erde, die mich mit Scham erfüllen wenn ich daran denke das es meine Rasse ist, die dafür Verantwortlich ist. Wir tuen einander Dinge an, die jedem fühlenen Menschen zum Mitleid zwingen sollten. Jede Sekunde. Wir lassen unsere Kinder entweder verhungern, oder überfüttern sie mit unserer Medien"kultur", bis sie aufgequollen sind wie Lufballons (die einen am Bauch, die anderen im Kopf). Wir lassen die Mehrzahl der Erdbevölkerung Dreck und ihren eigenen Kot fressen, damit wir andere Lebewesen züchten, anknabbern und die Reste anschließend wegschmeißen können. Wir Foltern Menschen, oder erdrücken sie mit so viel "Liebe", dass jeder Funke an Selbstständigkeit im Keim zerstört wird.

Kurzum, wir tuen einander fürchterliche Gewalt an. Jede Sekunde leidet irgendwo irgendwer.

Ich weiss: es gibt auch eine Kehrseite der Medallie. Es gibt auch die schönen Momente, die in denen wir Liebe verschenken, in den wir heroisch und Großherzig sind. Ich weiss auch das man das nicht gegeneinander aufrechenen kann: Es spielt keine Rolle in welchem Masse Gewalt stattfindet, und in welchem Liebe da ist. Ich bin mir bewusst darüber, dass ein Funken Liebe ein Leben von Qual lebenswert machen kann. Aber seien wir ehrlich: Auch wenn in diesem Moment, da ich dies schreibe, Liebespaare entstehen, so vergehen sie doch alle irgendwann einmal. Alles Gute was ist wird eines Tages ausgelöscht sein von der Gewalt. Und wir haben noch einen langen Weg vor uns, ehe sich das ändert.

Mittwoch, 3. März 2010

Fluchtgedanken



Flucht.

Das bedauerliche daran ist, wie wenig Möglichkeiten ich im Moment sehe. Das heißt nicht das es keine gibt- aber ich muss sie erst aufspüren.

Der kurzfristige Weg, den ich im Moment gehe, heißt durchhalten. Durchhalten bis September. Und dann- raus hier. 10 Monate ans andere Ende der Welt.
Das hält mich im Moment am Leben. Es lässt mich jeden Morgen aufstehen. "Es ist bald vorbei.". Mehr braucht es nicht, damit ich weitermache.

Und danach? Ich mache mir keine Gedanken darum. Oder zumindest versuche ich so zu tun, als sei es so.

10 Monate Freiheit. Das klingt fast zu schön, um wahr zu sein. 6 Monate noch bis dahin. Ich werde die Tage zählen.

Der Rest wird sich ergeben. Und ausnahmsweise ist diese Hoffnung echt. Zumindest im Moment.

Samstag, 6. Februar 2010

Hört mehr Früchte des Zorns!



Warum? Ganz einfach. Weil ich keine andere Band kenne, die so konsequent darin ist, die Dinge beim Namen zu nennen, die in dieser Welt schief laufen.

Dabei muss es euch nicht mal gefallen, was die drei (Mogli, Anke und Hannah) da so von sich geben. Es darf gerne empören, es darf erschüttern- und wenn ihr diese Musik mit offenem Herzen hört dann wird sie das auch. Wer nichts damit anfangen kann, egal ob die Texte ihn nicht ansprechen, das ganze zu trashig ist, oder einfach zu weichgespült- gut, der hat es halt Versucht.
Aber eine Changse sollte, meiner Meinung nach zumindest, jeder dieser Band geben, die es so treffend verstanden hat, mich vom ersten Augenblick an in ihren Bann zu ziehen.

Früchte des Zorn schaffen es auf eine unnachahmliche Art und Weise eine tief melanchloische, unter die Haut gehende Musik mit Texten zu verbinden, die mindestens dieselben Attribute aufweisen- und dazu noch jede Menge Gesellschaftliche wie Menschliche Kritik. Dabei sind sie fast erschreckend ehrlich. Sei es das über Trennungsschmerz ("Scheren in der Jackentasche"), die Hoffnung auf eine Welt ohne Homophobie und Vorurteile ("Mein schönstes Kleid") oder "nur" über das totgezombiete Gefühl der Menschen im generellen ("Nadelregen") gesungen wird, es wird immer genau der Ton getroffen der zur Thematik passt, und es wirkt an keiner Stelle gekünstelt oder bemüht.

Dabei geht es ihnen rein um die Musik, oder treffender, die Kunst an sich. Was viele Bands gesagt haben, aber wenige auch praktizieren, wird hier konsequent gelebt- und alle Lieder zum kostenlosen download auf der Bandeigenen Homepage angeboten.

Früchte des Zorns

Und deshalb: Hört mehr Früchte des Zorns- versucht es einmal. Ich würde mich freuen wenn sie euer Leben so sehr bereichn könnten wie das meine.

Dienstag, 19. Januar 2010

The Garden of Love, by William Blake



I went to the Garden of Love,
And saw what I never had seen;
A Chapel was built in the midst,
Where I used to play on the green.

And the gates of this Chapel were shut
And "Thou shalt not," writ over the door;
So I turned to the Garden of Love
That so many sweet flowers bore.

And I saw it was filled with graves,
And tombstones where flowers should be;
And priests in black gowns
were walking their rounds,
And binding with briars
my joys and desires.

Der Mann der den Sinn des Lebens fand



Ich erzähle heute die Geschichte des Mannes, welcher den Sinn des Lebens findet. Er findet ihn an einem Freitag, irgendwann gegen Abend. Sicher fragt man sich, warum das eine Rolle spielen mag. Es spielt keine Rolle, ich erwähne es nur deswegen, weil dieser Mann jeden Freitag aufs neue im Park spazieren geht. Er sagt immer, dass sei gut für die Gesundheit. Es ist durchaus kein alter Mann, aber er ist auch nicht mehr der Jüngste. Ein durchschnittlicher Herr, jemand wie Sie oder ich. An diesem Tag also findet er ihn: Den Sinn des Lebens. Er liegt ein wenig zerknittert unter einer Bank, wo der Mann eine kurze Verschnaufpause einlegen wollte. Verwundert blickt der Mann nach unten, beugt sich ein wenig hinab, und fischt den Sinn des Lebens aus dem Haufen Unrat hervor, in welchem er gelegen hatte. Sicher können Sie sich vorstellen wie verwundert der Mann ist. Da sucht man etwas ein Leben lang, und findet es vergraben in einem Haufen Müll.
Der Mann ist ein wenig unschlüssig was er machen soll. Immerhin, er hatt etwas gefunden, nachdem Millionen von Menschen auf dieser Erde vergeblich suchen. Also streicht er den Sinn des Lebens etwas glatt und steckt ihn ein. Auf dem Heimweg aber, da plagt ihn sein schlechtes Gewissen- sicher hatt jemand den Sinn des Lebens verloren. Also läuft er zum Fundbüro, anstelle von nach Hause zu gehen. Er betritt das Büro, ein kleiner Raum unter der Post, und fragt nach ob jemand sich nach dem Sinn des Lebens erkundigt habe. Nein, sagte der Beamte am anderen Ende des Schalter. Niemand suche ihn. Wie, niemand suche ihn?, frage der Mann, und ist ganz durcheinander. Aber jeder sucht doch nach dem Sinn des Lebens! Ja, das schon, aber Tatsache sei es wohl, antwortet ihm der Beamte, das es den Sinn des Lebens nicht gebe. Der Mann lächelt, und zieht aus seiner Tasche den Sinn des Lebens hervor. Und was ist das dann?
Der Beamte macht große Augen. Das ist der Sinn des Lebens! ruft er aus. Ein dicker Mann der gerade zur Tür reigekommen ist, hört es und kommt angelaufen, jeder Schritt wie ein kleines Erdbeben auf den alten Holzdielen des Fundbüros. Tatsächlich!, sagt er. Unser Mann lächelt, ein wenig stolz das er der Finder des Sinnes des Lebs ist. Wo haben sie den denn her? fragt der Dicke. Der, sagt der Mann, lag in einem Haufen Müll im Park herum. Der Dicke ist etwas skeptisch. Sind sie sicher das es auch wirklich der Sinn des Lebens ist? Der Beamte fährt auf: Aber sehen sie doch hin! Was soll es sonst sein?! Der Dicke lässt sich so leicht nicht unterkriegen: Aber das Leben hat doch gar keinen Sinn! Das macht den Beamten stuzig. Wollen sie uns einen Bären aufbinden, werter Herr?, wendet er sich jetzt an den Mann mit dem Sinn des Lebens. Der ist etwas verwirrt, schließlich liegt der Sinn des Lebens doch auf dem Pult. Er weist die beiden anderen hierauf hin, worauf beide nur eine wegwerfende Handbewegung machen. Das, sagt der Dicke, und deutet auf den Sinn des Lebens, ist eindeutig eine Fälschung! Der Beamte nickt zustimmend, und bittet unseren Mann freundlich aber sehr bestimmt zu gehen. Fälschungen will eh keiner haben, sagt er noch, bevor er sich abwendet. Der Mann ist entäuscht. Er nimmt den Sinn des Lebens, und geht wieder, verfolgt von den Blicken des Dicken.
Wieder auf der Straße entschließt sich der Mann zu etwas. Er will herausfinden ob der Sinn des Lebens nun eine Fläschung ist, oder nicht. Also geht er in die Innenstadt. Es ist inziwschen dunkel gewoden, und die Bars und Kneipen füllen sich mit Menschen. Unser Mann steuert eine Bar an, eine mit Karaoke. Er will etwas ausprobieren. Er wartet, solange bis niemand am singen ist, dann nimmt er seinen ganzen Mut zusammen und begiebt sich auf die kleine Bühne. Er nimmt das Mikrophon. Entschuldigung, sagt er, etwas schüchtern. Niemand beachtet ihn. Entschuldigung, probiert er es nocheinmal, diesmal etwas fester und lauter. Immernoch reden die Menschen, ein oder zwei schauen kurz zu ihm rüber, bevor sie sich wieder abwenden. Entschuldigung, aber ich habe den Sinn des Lebens gefunden! schreit der Mann ins Mikrophon, und sofort kehr Stille ein. Der Mann wird rot, spricht aber unbeirrt weiter. Vorhin, im Park, da habe ich ihn gefunden. Hier. Und er zieht den Sinn des Lebens hervor und hält ihn hoch. Lautes Ahhh und Ohh kommt aus dem Publikum. Der Barbesitzter hört es, und kommt aus einem kleinen Hinterzimmer angelaufen. Was ist den hier los?, fragt er. Jemand hat den Sinn des Lebens im Park gefunden. Was? Im Park? Jetzt erst sieht der Besitzter was der Mann auf der Karaoke-Bühne da hochhält. Tatsächlich! entfährt es ihm. Der Mann auf der Bühne ist etwas unsicher, was er als nächstes tun soll. Kann... kann mir jemand sagen was ich damit machen soll? Die Leute sehen erst ihn an, dann den Sinn des Lebens, und schließlich wieder ihn. Stellen sie ihn aus! ruft einer. Verkaufen sie ihn bei Ebay! ruft ein anderer. Nein, versteigern sie ihn hier und jetzt, ruft ein dritter. Zustimmendes Gemurrmel. Aber, wendet der Mann ein, ich will ihn doch behalten.
Oh... das Publikum ist entäuscht. Schließlich erhebt sich einer, und fängt an den Mann zu beschimpfen. Egoist, ruft er. Schwein, rufen ein paar andere. Plötzlich beschimft die ganze Bar unseren armen Mann, und der Barbesitzter tritt vor und schmeißt den Mann sehr ruppig vor die Tür.
Zum zweiten mal findet der Mann sich auf der Straße wieder. Deprimiert beschließt er nach hause zu gehen.
Dort angekommen legt er den Sinn des Lebens auf den Tisch. Er setzt sich davor und starrt ihn lange Zeit an, ohne ein Wort zu sagen. Dann legt er sich schlafen. Schlafen ist immer gut. Dabei kann man sich sammeln.

Der nächste Tag fängt an wie jeder Samstag. Der Mann duscht ausgiebig. Er will gerade seinen Tisch decken, damit er in Ruhe frühstücken kann, als er feststellt das der Sinn des Lebens auf besagtem Tisch liegt. Richtig, denkt er, und erinnert sich das er ihn ja gestern im Park gefunden hat. Er nimmt ihn vom Tisch, sieht in an und weiss immer noch nicht so recht, was damit zu machen ist. Schließlich entscheidet er sich erst einmal zu früstücken. Er tut es ausgibig. Nach dem Früstück will er sich anziehen, läuft in sein Schlafzimmer und fängt damit an. Er hat gerade seine Hose angezogen, als es an der Tür klopft. Erst einmal, dann zweimal. Hastig streift der Mann ein T-shirt über, und rennt zur Tür. Als er sie öffent sieht er sich einem Uniformierten gegenüber. Er trägt Tarnsachen, auf seinem Rücken ist eine MG. Sir, sagt der Uniformierte. Sie haben da etwas das sie nicht haben sollten! Der Mann weiss sofort was gemeint ist. Nein, sagt er, ich habe den Sinn des Lebens nicht! Der Uniformierte zieht eine Pistole aus dem Halfter, und richtet sie auf den Mann. Geben sie ihn mir! Der Mann bekommt einen Schrecken. Aber weil ihm ein sinnloses Leben doch lieber ist als gar keins, geht er den Sinn des Lebens holen, und drückt ihm dem Uniformierten in die Hand.
Der Unifomierte verschwindet wieder. Nebenan geht eine Tür auf, und der Nachbar unseres Mannes sieht hinnaus. Er ist Student. Was war das den, will er wissen. Der Mann erzählt es ihm.
Danach geht er Früstücken. Zum zweiten mal. Auf den Schock.


Der Student will erst so garnicht glauben was er da gehört hat. Als er an diesem Mittag in der Uni sitzt, erzählt er es seinen Freunden. Die Geschichte spricht sich schnell herum, und weil Studenten ein Volk für sich sind, beschließen sie Wiederstand zu leisten. Schnell ist eine Demonstartion ausgebrochen, die ganze Stadt ist besetzt von Studenten. Bringt uns den Sinn des Lebens wieder, steht auf ihren Plakaten! Kein Leben ohne Sinn! schreien sie. Die Regierung beschließt Gegenmaßnahmen. Es kommt zu Straßenschlachten. Viele Menschen sterben, der Kampf dauert drei volle Tage. Danach sind die Protetste versiegt. Der Präsident tritt vor die Presse. Er bestreiet jeh von so etwas gehöret zu haben. Es gibt keinen Sinn des Lebens! Die Presse zitiert ihn. Tausende lesen es in den Zeitungen, hören es in den Abendnachrichten.

Auch unser Mann hört es dort. Er weiss es besser. Aber er schweigt. Den jetzt weiss er es ja: Eigentlich will niemand den Sinn des Lebens haben. Sie suchen nur danach, um etwas zu tun zu haben. Aber auch das spricht er nicht laut aus...

Eine Nacht wie jede andere



Die Menschen laufen an mir vorbei. Ihre Blicke streifen mich, ihre Emotionen sind deutlich in ihren Gesichtern, deutlicher aber in ihren Augen zu erkennen. Ich lese in ihnen den Hohn, den Hass und die Angst, die sie bei meinem Anblick empfinden. Doch vor allem lese ich die Leere in ihrem Blick. Alles was sie fühlen empfinden sie abgestumpft, denn sie sind innerlich schon lange tot. Oder sie schlafen, nur darauf wartend, erweckt zu werden. An diesem Abend jedoch steht mir der Sinn nicht danach, sie zu erwecken aus ihrer Totenstarre- heute will ich ihnen ein wenig lauschen, bis mir der Sinn nach anderem steht.
Ich erreiche mein Ziel. Vor mir erhebt sich ein Palast aus Glas in die warme Luft, Trotzwerk der Menschen in dieser kalten Zeit. Belanglose Plakate zieren die glitzernde Fassade, auf ihnen die Idole aller Menschen abgebildet. Dorthin schauen sie auf und wünschen sich zu sein, wie jene, die dort abgebildet sind. Mich interessieren sie nicht, und so setzte ich mich an einen der freien Tische die zu dem kleinen, viel zu teueren Lokal vor dem Kino gehören und warte auf die Bedienung. Am Nebentisch sitzt ein reiches Pärchen, dumm und glücklich. Genau das wonach ich gesucht habe und so rücke ich ein wenig näher, um ihrem Geschwätz zu lauschen. Ein einzelnes Stück ihrer beider Kleidung hat wahrscheinlich mehr gekostet, als alles was ich am Leibe trage, inklusive Schmuck. Sie ignorieren mich erfolgreich, da Reichere, Menschen die weniger Geld haben als sie generell nicht interessant genug finden, um sich über sie aufzuregen. Sie, eine dümmlich aussehende Blondine mit aufgepumptem Busen, erzählt ihm gerade mit einem Glitzern in den Augen von dem tollen neuen Kleid, welches ihre Freundin sich gekauft hat, und dass sie jetzt unbedingt haben muss.
Als die Bedienung sich nach fünf Minuten an meinen Tisch stellt, hat er es ihr bestimmt hundertmal versprochen. Ich bestelle ein Bier und begutachte aus den Augenwinkeln die restlichen Gäste. Am anderen Ende sind drei Tische aneinander geschoben und eine Gesellschaft von allesamt über vierzigjährigen trinkt einen Schluck, bevor sie sich aufmacht, einen der kommerziellen Ergüsse unserer Zeit mit Dolby Digital und gigantischem High-Tech-Bildschirm zu bewundern. Ein alter Herr mit roter Nase prahlt gerade, laut genug, dass ich es deutlich verstehen kann, damit, dass er eben diesen kommerziellen Erguss schon fünfmal in eben diesem Kino gesehen hat. Der Rest der Gesellschaft nickt anerkennend.
Mein Bier kommt an und ich gedenke mit einem großen Schluck den 3,60 €, die ich für den Liter abgestandener, angewärmter Exkremente bezahlt habe. Ich drücke der Bedienung einen fünf Euro schein in die Hand und teile ihr mit, dass der Rest für sie sei. Ich genieße das gierige Blitzen in ihren Augen für einen Moment, ehe sie sich abwendet und die Bestellung des Nebentisches aufnimmt. Anbei bemerke ich dass, der Reiche Schnösel für seine Begleiterin bestellt- was wohl ganz rechtens ist, da er es wahrscheinlich bezahlen wird. Einen Augenblick mutmaße ich ob sie seine Ehefrau oder seine Geliebte ist, die sich Herren seiner Position zu halten pflegen, gehe dem Gedanken aber nicht nach.
Der Abend wandelt sich langsam zur Nacht. Das Essen kommt schnell, und die hell erleuchteten Straßen der Stadt werden ein klein wenig leerer. Ein Wind kommt auf und ich erhebe mich, das angetrunkene „Bier“ auf dem Tisch stehen lassend für einen kleinen Spaziergang durch die Straßen der Stadt. Erneut ziehen Leute an mit vorbei, dieselben wie schon zuvor. Nun, die Gesichter sind ein wenig anders, aber ihr Geist ist derselbe- genauso leer. Nach meinem kleinen Ausflug in die Welt des Belanglosen begrüße ich die herankommende Nacht wie einen alten Freund, den ich lange nicht mehr erblickt habe. Ich laufe durch die noch immer prall gefüllten Straßen der Stadt und lausche dem unregelmäßigem Atmen eben dieser. Mein Blick gleitet durch die Menschen wie durch Luft, denn er ist gefesselt von der Schönheit der nun eingekehrten Nacht. Hell erleuchtet sind die Gassen der Menschen, blitzend in Glanz und Glimmer. Auf einer der zahllosen Brücken, die in die Altstadt hinein führen, mache ich halt und lehne mich über das Geländer. Die Lichter der Straßen werden vom Fluss zurückgeworfen, der ruhig seines Weges zieht. Ich genieße diese Ruhe, sauge sie auf, wie ein Schwamm Wasser aufsaugt. Langsam beginne ich den Atem der Nacht zu hören, ruhig und klar. Nicht unweit fließt der Bach über ein paar Steine, und ich genieße das monotone Plätschern.
Ich wandere weiter, überquere die Brücke und wende mich der Altstadt zu. Altehrwürdige Fachwerkhäuser ragen über mir auf, der Himmel ist ein Meer aus Schwärze. Noch immer ist alles getaucht in das ebenmäßige Licht der Laternen, und in eben diesem Licht wandere ich bald eine Stunde ziellos durch die Stadt, betrachte die architektonischen Werke die bei Nacht eine ganz eigene Aura zu haben scheinen. An einer kleinen Seitengasse bleibe ich stehen. Dort ist das Licht der Laternen erloschen, wahrscheinlich einer Gruppe Betrunkener sei dank. Ich tauche ein in dieses Meer aus Schwärze und lasse mich überfluten von ihr. Hier ist die Welt der Tagesbewohner zu Ende und vollendet der Nacht gewichen, die kein elektrisches Licht braucht, um in all ihrer Schönheit zu glänzen. Als ich den Blick zum Himmel hebe, sehe ich zum ersten Mal an diesem Abend die Sterne. Das stetige klappern meiner Schuhsohlen verklingt langsam, ein letzter Widerhall in der Nacht, ehe sie mich ganz und gar umschlingt. Ich hülle mich in ihren schützenden Mantel aus Finsternis, schließe die Augen und lausche den fernen Geräuschen der Menschen, die in dieser surrealen Welt eine andere Bedeutung zu haben scheinen.
In der Ferne höre ich den Verkehr, Autos hupen und fahren, der Fluss ist als leises Echo am Rande meines Bewusstseins zu vernehmen- vielleicht ist es auch das Blut, welches mir in den Ohren rauscht. Ich verziehe meinen Lippen, selbst schwarz wie die Nacht, zu einem Lächeln und sehe mich um mit den Augen eines Schattens. Denn das bin ich hier, ein Schatten unter Schemen, ein Teil der Nacht. Ich bewundere die Finsternis die sich in den kleinen Ecken und Winkeln der Häuser festgesetzt hat, bewundere die Sterne und bewundere die Schönheit der Nacht an sich. Ein kalter Wind ist aufgekommen, aber es ist nicht seine Kälte sie ich spüre, sondern den Atem der Nacht, ruhig und gleichmäßig, wie er mir ein Lied singt. Ich atme mit ihr, werde der Wind, werde ein Stern unter vielen, werde was ich immer bin- ein Schatten. Ich spüre, wie die Finsternis sich wollig und warm in mein Herz schleicht und ich weiß, dass ich mit weit offenem Geist da stehe. Ich nehme in mich auf, was ich sehe, als ich weiter wandere. Die Straßen sind kalt und leer, denn die Stadt hat sich jetzt schon längst dem Schlaf übergeben und Atmet im Einklang mit der Nacht- ruhig und gemächlich. Die Straßen liegen da wie die blutleeren Adern eines Riesen aus Glas und Beton. Ich durchsteife sie alleine, und doch fühle ich mich einfach nur… glücklich. Leider reicht unser Wortschatz nicht aus um die Fülle an Emotionen zu beschreiben, um das absolute Glück in Worte zu fassen. Die totalitäre Liebe.
Lange wandere ich durch die Adern des schlafenden Ungetüms das bei Tag mit Leben gefüllt ist wie ein Bienenstock. Ich wandere durch den Stadtpark, sitze am Ufer des Flusses und betrachte die Sterne, wandere die Fußgängerzone auf und ab. Die Stadt gehört zu dieser Stunde mir, da sie eine einzige Bastion der Nacht geworden. Ich wandere immer weiter, staunend und glücklich über die Schönheit der Nacht.
Als der Schlaf mich zu übermannen droht und ich spüre, dass der Zauber der Nacht bald in hellem, blendendem Licht ersticken wird, lege ich mich vor ein Geschäft, hülle mich in meinen Mantel und schließe die Augen. In ein paar Stunden wird man mich wegschicken, wird mich verbannen aus der Tagwelt, denn ich bin keiner ihrer Bewohner. Irgendwie bin ich ganz froh, dass es so ist…

Für einen alten Freund



Hörst du mich?
Ich sehe dich!
Wie du leidest,
dich in Fassaden kleidest.

Irgendwo, weit weg von hier
Sitze ich jetzt neben dir
Höre deinen letzten Schrei
Mein Gott, wann bist du endlich frei?

Frei genug um zu verstehen
Du kannst den Weg nicht weiter gehen
Er führt dich hin zum Untergang
Weist du wie sehr ich um dich bang?

Du Feiert fröhlich weiter
Machst und tust als wärst du heiter
Doch tief in dir, das weis ich jetzt
Bist du es der sich zu mir setzt.

Du suchst die Hilfe die ich gebe
Weil du ahnst das ich nicht lebe
Ich sitze hier und recke mich
Reich meine Hand zu greifen dich.

Das Fest das man dein Leben nennt
Ist es woran dein Geist verbrennt
Jetzt setzt du dir den goldnen Schuss
Machst mit mir und allen Schluss

Nimm meine Hand
Renn durch die Wand
Die du dir gebaut
Dein Schrei ist zu laut

Du willst ihn nicht mehr hören
Er könnte dich beim feiern stören
Doch jede Party geht vorbei
Komm her und setz die Schreie frei

Die Schreie welche in dir reifen
Zu fest nach deiner Seele greifen
Zu hören sind, nur für die Toten,
die dir die Hand entgegenboten

Es ist zu spät
Du betratst einen Weg, der niemals weitergeht
Ich konnte dich nicht erreichen
Das Schicksal stellte dir die Weichen

Die führten dich zur letzten Tat
Du hörest nicht auf meinen Rat
Befreitest dich vom stummen Schrei
Jetzt ist deine Seele frei

Denn irgendwo weit weg von hier
Sitze ich jetzt neben dir
Höre diesen letzten Schrei
Und weis genau, jetzt bist du frei.

The open Window, by Longfellow



The old house by the lindens
Stood silent in the shade,
And on the gravelled pathway
The light and shadow played.

I saw the nursery windows
Wide open to the air
But the faces of the children,
They were no longer there.

The large Newfoundland house-dog
Was standing by the door
He looked for his little playmates,
Who would return no more.

They walked not under the lindens,
They played not in the hall
But shadow, and silence, and sadness
Were hanging over all.

The birds sang in the branches,
With sweet, familiar tone
But the voices of the children
Will be heard in dreams alone !

And the boy that walked beside me,
He could not understand
Why closer in mine, ah ! closer,
I pressed his warm, soft hand !

Hymn to the Night, by Longfellow



I heard the trailing garments of the Night
Sweep through her marble halls!
I saw her sable skirts all fringed with light
From celestial walls!

I felt her presence, by it's spell of might
Stop over me from above:
The calm, majestic presence of the Night,
As of the one I love.

I heard the sounds of sorrow and delight,
The manifold, soft chimes,
That fill the haunted chambers of the Night
Like some old poet's rhymes.

From the cool cisterns of the midnight air
My spirit drank repose;
The fountain of perpetual peace flows there,-
From those deep cisterns flows.

O holy Night! from thee I learn to bear
What man has borne before!
Thou layest thy finger on the lips of Care
And they complain no more.

Peace! Peace! Orestes-like I breath
this prayer!
Descend with broad-winged flight,
The welcome, the thrice-prayed for, the
most fair,
The best-beloved Night!

Freitag, 18. Dezember 2009

More



Ich habe diesen Film vor Jahren gesehen, und erst kürzlich wieder entdeckt.

Es ist ein Film der sich mit Themen wie der trostlosigkeit des Alltags und Auswegen daraus beschäftigt- wobei diese nicht immer gute Allternativen sein müssen. Oder zumindest verstehe ich den Film so. Er läßt viel Spielraum für eigene Interpretarionen, was definitiv deutlich zu seinem Reiz beiträgt.

Viel Vergnügen dabei:



Das Orginal ist hier zu finden: Happy Product

Donnerstag, 8. Oktober 2009

Nicht genug Leid



Folgende Theorie:

Der Mensch lebt sein Leben, und er lebt es in einem Käfig aus System, Normen und Alltagstrott. Der Mensch, an sich ein mündiges Wesen und durchaus zu tiefergehenden Gedanken in der Lage, sitz da in seinem Käfig, und die Tür steht weit offen. Bricht er aus? Nein. Er bleibt da sitzen wo er ist, auf seinen vier Buchstaben, und nimmt es in kauf das er in einem Käfig lebt.

Er sieht weder die Gitterstäbe, noch die Tür, noch sieht er das da draußen, ausserhalb von einem Gehege, auch Menschen rumlaufen. Er sieht nur seine Käfigwelt. Er gibt sich damit zufrieden ein paar mal am Tag einige saftige Staeks oder Bio-Salate vor die Füße geworfen zu bekommen. Alles war er dafür machen muss ist 8 Stunden am Tag den Käfig zu putzen. Manchmal streicht er die Gitterstäbe Grün an und sagt: Juhu, wie individuell meine Welt doch ist. Manchmal streicht er sie auch schwarz an und schreit: Juhu, wie individuell meine Welt doch ist.

Manche Menschen sind Macher. Sie wissen von dem Käfig, und sie wissen wie wichtig er ist. Und weil sie ihn erhalten möchten machen sie dann Regeln über ihn. Wie breit die Gitterstäbe sein dürfen, oder welche Farben sie haben sollen um zueinander zu passen.

Andere sehen nicht nur den Käfig, sie sehen auch die Tür, die ja weit offen steht. Rennen sie hinaus in die Welt und entecken ihre neue Freiheit? Manchmal. Aber meistens ist ihnen ihr Steak oder ihr Bio-Salat zu wichtig, als das sie es riskieren würden.

Und jetzt kommt die entscheidende Frage. Sind die Menschen in ihrem Käfig glücklich?

Manche würden ja schreien, wenn man sie Fragt, und sich dann mit hassverzehrtem Gesicht die Augen auskratzen. Manche würde nein schreien und dann in Psychotherapie gehen, weil sie sonst nicht mehr ptzen könnten. Aber die meisten sehen einen doch nur verständnisslos an. Glück? Klar. Ich bin der glücklichste Mensch der Welt. Glück? Nee- aber so ist das Leben halt, ist eben kein Ponnyhof. Glück? Klar. Jeden Abend vor der Glotze.

Und jetzt veratte ich euch was. Als ich heute Abend im Zug gesessen habe, ein Zug in dem jeder Sitztplatz besetzt war, an einem Mittwoch Abend um 8, da habe ich nicht einen einzigen Menschen lächeln sehen. Nur leere Augen. Und alle haben die Gitterstäbe angestarrt.


Lasst es mich einmal sagen, nur einmal.

Ich

will

hier

raus!

Montag, 3. August 2009

Leid



Das Leben ist voll von Leid. Wohin man blickt in dieser großen weiten Welt, überall sticht einem das Leid entgegen. Es taucht im Scheinwerferlicht des Autos auf, wo hunderte von Lebewesen bei jeder fahrt ihre Existenz beenden müssen, es grinst uns frech aus den Eingeweiden eines überfahrenen Tieres oder abgeschlachteten Kindes an, es springt uns aus den Augen unserer Mitmenschen entgegen- und nur all zu oft lauert es im Spiegel, versteckt hinter unserem Spiegelbild, und schreit unsere Seele an. Es beginnt im kleinsten, dort, wo wir es nicht bemerken müssen, und selten wollen, auf der Wiese, zwischen den Grashalmen, wo der Tod durch Gift und Kampf täglich Millionen neuer Opfer findet. Und weiter setzt es sich fort, in den Wäldern und Wüsten, ob solche aus Schnee oder aus Sand, wo der Tod langsam und schleichend kommt, und er nicht selten der gnädige Erretter vom Leid ist, das sich der Verdurstenden und der Gejagten bemächtigt hat. Aber es ist nicht nur so offensichtlich zu gange, nein, nur ein kleiner Blick hinter den Vorhang reicht aus, und schon sehen wir wie jeden Tag Tausende Tiere zur Schlachtbank geführt werden, manchmal qualvoll, manchmal gnädig getötet werden, nach einem Leben das, immer noch zu oft, ein all zu Leidvolles war. Und weiteres Leid sehen wir, manchmal flackert es uns ins Gehirn, von einem Nachrichtensprecher dort eingepflanzt, zwischen Werbeblock und Spielfilm, der nicht selten von fiktivem Leid handelt, wie um uns zu versichern das es schlimmeres gibt als das bisschen Leid das uns jeden Tag widerfährt. Aber das Leid bleibt in der Flimmerkiste, und wabbert nur als Gedankenblase in unseren Köpfen herum. Nicht aber sehen wir das Leid, von dem noch vor dem Spielfilm ein kurzer, winziger, ja fast schon aberwitzig kleiner Ausschnitt gezeigt wurde, in sachlichen, emotionslosen Sätzen runtergespult. Wir vergessen es nur all zu schnell wieder. Aber es ist da, und das jeden Tag, jede Nacht, jede Stunde. Da verrecken Kinder an Hunger, werden tot geprügelt, vergewaltigt, körperlich wie seelisch, bekommen Gliedmaßen abgerissen oder abgesprengt, verbluten, werden gezwungen ihre Eltern zu erschießen, müssen sich für Essen prostituieren, werden geblendet und gehängt, verenden an Seelischer ud körperlicher Vernachlässigung, werden abgestumpft und ausgehöhlt, werden Erwachsen.
Die Bandbreite dessen, was wir Menschen uns gegenseitig antun ist so gewaltig, dass ich sie nicht einmal aufzählen kann. Wenn man sich ein paar Wochen Zeit nähme, und sich alle Grausamkeiten einfallen lassen würde, die einem in den Sinn kommen, so hätte man nicht einmal die Spitze dessen gefunden, was Menschen sich seit ihrem Glorreichen Auftritt vor ein paar Tausend Jahren schon angetan haben, und nicht einmal die Hälfte dessen was sie sich jeden verdammten Tag auf neue, immer und immer wieder antun. Der Menschen ist sich selbst das schlimmste Raubtier. So sprach ein Mann der weiser was als ich einmal. Und das ist ein guter Satz, ein wahrer Satz, und doch ein unvollkommener, deckt er doch nicht ab mit welchem Genuss Menschen sich immer wieder aufs neue aneinander auslassen. Und das schlimmste daran ist die Tatsache, das sie sich dabei immer wieder im Recht sehen. Da werden Frauen die Brüste abgeschnitten, und es ist rechtens, denn sie gehören zum falschen Stamm. Da werden Menschen gehängt, mit Stromstößen oder Gift umgebracht, und es ist rechtens, den sie waren ja Verbrecher. Da wird ein Dorf niedergebombt, und es ist rechtens, den es waren zwei Terroristen anwesend. Da werden Frauen vergewaltigt, über Stunden, über Tage manchmal, und es ist rechtens, den sie sind nur Besitz. Da werden kleinen Mädchen die Schamlippen abgeschnitten, und es ist rechtens, den es ist Tradition. Da werden tausende Tiere gezüchtet, nur um ein künstlich geschaffenes Bild einer Ernährungsvorstellugn zu bedienen, und es ist rechtens, den es bringt Geld ein. Oh, Mensch, wie kannst du es nur wagen dich als Krönung dieser Schöpfung zu bezeichnen?

Montag, 20. Juli 2009



Die Straße ist leer, und zieht sich vor mir her wie eine Schlange, die sich schlängelt und windet, aber niemals ein Ende findet. Es ist Nacht, und die Straßenbeleutung, die in dieser Gegend noch blass weiß und nicht merkwürdig gelblich ist, lässt nur ein paar Sterne am Himmel sehen. Unter meinen nackten Füßen kann ich den Asphalt spüren. Er ist noch immer Warm, es war ein heißer Tag. Die Körnige Struktur fühlt sich angenehm an, unter meinen Füßen.

Tagsüber tobt hier das Leben. Da fahren Autos hier lang, endlos lange, eins nach dem anderen. Da laufen die Menschen auf den Bürgersteigen, und ein jeder hat ein Ziel und eine Richtung in die er geht. Auf dieser Straße und im Leben. Jeder der hier lang läuft denkt, er wisse wo er hin will. Das nächste Warenhaus vielleicht. Oder die Drogerie um die Ecke. Vielleicht auch das Zu hause, oder das Heim eines Freundes. Jeder hat sein Ziel. Und jeder läuft nur auf dieses Ziel hin. Ein jeder Schritt hat seinen Sinn, seine Bestimmung. So sieht es auch oft im Leben dieser schnellen Schreiter aus. Da ist ein Ziel, dem einen klarer als dem anderen, und es gibt ihnen die Kraft vorwärts zu gehen, zur Ausbildung, zum Einfamilienhaus, zur nächsten Gehaltsabrechnung, egal wohin.

Jetzt, bei Nacht, gibt es kein Stures Gradeausrennen. Es gibt nur mich, die Straße und den warmen Asphalt unter mir. Und während ich hier langlaufe, ohne zu wissen wohin, da spüre ich es so intensiv wie selten zuvor: Es gibt mehr. Und es gibt mehr als nur totes dahinvegetieren. Es muss mehr geben. Manchmal da braucht es nur ein kurzes Innehalten, einige Sekunden in denen das leben kurz stockt, und diese eine Frage, die dann aus den tiefen unserer Herzen hochkommt: Wer bin ich?

Samstag, 18. Juli 2009

Und ich seh' jeden Tag, den Schmerz an Kassen Schlange stehen...



Jeden Tag, wenn ich da draußen bin, an der Front, und den Kampf kämpfe den manche Leben nennen, da sehe ich die anderen. Zombies, mit leergefickten Köpfen, die von A nach B rennen, ohne jemals innezuhalten, ohne jemals still zu stehen. Zombies, die niemals auch nur einen Gedanken daran verwenden, wie angepasst sie sind, und wie sehr diese Angepasstheit dem ewigen Schlaf gleicht. Wir kämpfen jeden Tag ums überleben, aber niemals Fragt einer ob es noch lebenswert ist, was wir da Leben schimpfen. Und ob es noch Wert ist dafür zu kämpfen.

30 Jahre lang am Leben erfrieren. Könnt ihr euch das vorstellen? Jeden Tag die selbe Arbeit machen. Die selben Handgriffe, die selben Worte sprechen. Niemals die gleichen, aber immer die selben. Kollegen die im Jahresrhytmus kommen und gehen, aber letztlich doch immer das selbe Gesicht haben. In der Raucherpause 30 Jahre lang über die selben Witzte lachen. Vor dem Chef katzbuckeln. Nicht denken was man sagt und nicht sagen was man denkt. 30 Jahre.

Und Zuhause? Sieht es da besser aus? Nicht wircklich. Fernsehen. Ob man es wahrhaben will oder nicht, aber das ist das beherschende Bild im privaten Alltag. Neben Essen und Ficken das wichtigste.

Das schlimme an diesem Leben ist, wie sehr es einen Glauben lässt das einzig Lebbare zu sein. Das einzige was geht. Glaubt mir, das ist es nicht. Es gibt viel viel mehr da draußen.
Auch wenn dieses Leben einem noch so normal und Allternativlos vorkommt. Alles was man zahlen muss ist ein Minimum an Sicherheit. Es kann Angst machen nicht zu wissen wie Morgen aussehen wird. Es kann aber auch Berfreien, das Herz und die Seele.

Seid Mutig, und wagt es. Brecht aus.

Der erste Schritt?
Fragt euch selbst: Ist dieses leben wickrklich das Leben, das ich Leben möchte?

Aber habt niemals Angst vor der Antwort...

Mittwoch, 15. Juli 2009

Leben!!



Carpe Noctem, ihr Kinder der Nacht, ihr Wanderer auf des Lebens Pfaden. Carpe Noctem.

Wo seid ihr da draußen? Wie seid ihr da draußen? Seid ihr einsam? Oder habt ihr das Glück das Leben in Gesellschaft zu verbringen?

Es spielt an und für sich keine Rolle ob wir einsam suchen oder ob andere mit uns gehen. Sterben werden wir alleine. Und eigentlich leben wir auch alleine, wenn auch nicht immer einsam. Und eigentlich ist beides nicht so weit voneinander entfernt wie manche es gerne glauben würden.

Das, was viele Leben nenne, dass gibt es nicht. Es gibt nur Essen, Ficken und Schlafen, und dazwischen ein bisschen zu viel Arbeiten. Jeden Tag, von der Schule bis zur Rente. Es gibt nur Luft holen, nur dahinvegetieren. Und keine Rettung, für niemanden von uns. Wie sind Verlorene, da draußen und in unseren Köpfen, verloren an das was wir so gerne mit Recht Leben nennen würden. Verloren an dieses ewige Im Getriebe laufen, ohne Rettung, Immerdar.

Möchtet ihr auch so gerne ausbrechen wie ich? Wollt ihr auch da raus? Ich möchte es so gerne schreien: LASST MICH RAUS! Aber der Wahnsinn in meinem Kopf übertönt die Schreie in meiner Seele, und lässt mich stur weiterrennen, im Hamsterrad des Lebens.

Last uns gemeinsam ein bisschen schreien. Hier ist ein Ort dafür. Für das Schreien. Für das Leben.




Ich will nicht mehr, und ich kann auch nicht mehr so weitermachen. Jeder Tag ist eine breiige Masse. Kino, Fernsehen, Konsumwahn, Einkaufen, Ficken, Daddeln, Spielen sind alles nur Tätigkeiten, die für Minuten oder Stunden wegleugnen sollen wie trostlos Leben hier ist. Wie unlebenswert unser aller Leben ist. Seid ihr Glücklich da draußen? Seid ihr zufrieden?

Ich bin tot. Totgefickt vom Leben.

Carope noctem!