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Dienstag, 19. Januar 2010

The Garden of Love, by William Blake



I went to the Garden of Love,
And saw what I never had seen;
A Chapel was built in the midst,
Where I used to play on the green.

And the gates of this Chapel were shut
And "Thou shalt not," writ over the door;
So I turned to the Garden of Love
That so many sweet flowers bore.

And I saw it was filled with graves,
And tombstones where flowers should be;
And priests in black gowns
were walking their rounds,
And binding with briars
my joys and desires.

Der Mann der den Sinn des Lebens fand



Ich erzähle heute die Geschichte des Mannes, welcher den Sinn des Lebens findet. Er findet ihn an einem Freitag, irgendwann gegen Abend. Sicher fragt man sich, warum das eine Rolle spielen mag. Es spielt keine Rolle, ich erwähne es nur deswegen, weil dieser Mann jeden Freitag aufs neue im Park spazieren geht. Er sagt immer, dass sei gut für die Gesundheit. Es ist durchaus kein alter Mann, aber er ist auch nicht mehr der Jüngste. Ein durchschnittlicher Herr, jemand wie Sie oder ich. An diesem Tag also findet er ihn: Den Sinn des Lebens. Er liegt ein wenig zerknittert unter einer Bank, wo der Mann eine kurze Verschnaufpause einlegen wollte. Verwundert blickt der Mann nach unten, beugt sich ein wenig hinab, und fischt den Sinn des Lebens aus dem Haufen Unrat hervor, in welchem er gelegen hatte. Sicher können Sie sich vorstellen wie verwundert der Mann ist. Da sucht man etwas ein Leben lang, und findet es vergraben in einem Haufen Müll.
Der Mann ist ein wenig unschlüssig was er machen soll. Immerhin, er hatt etwas gefunden, nachdem Millionen von Menschen auf dieser Erde vergeblich suchen. Also streicht er den Sinn des Lebens etwas glatt und steckt ihn ein. Auf dem Heimweg aber, da plagt ihn sein schlechtes Gewissen- sicher hatt jemand den Sinn des Lebens verloren. Also läuft er zum Fundbüro, anstelle von nach Hause zu gehen. Er betritt das Büro, ein kleiner Raum unter der Post, und fragt nach ob jemand sich nach dem Sinn des Lebens erkundigt habe. Nein, sagte der Beamte am anderen Ende des Schalter. Niemand suche ihn. Wie, niemand suche ihn?, frage der Mann, und ist ganz durcheinander. Aber jeder sucht doch nach dem Sinn des Lebens! Ja, das schon, aber Tatsache sei es wohl, antwortet ihm der Beamte, das es den Sinn des Lebens nicht gebe. Der Mann lächelt, und zieht aus seiner Tasche den Sinn des Lebens hervor. Und was ist das dann?
Der Beamte macht große Augen. Das ist der Sinn des Lebens! ruft er aus. Ein dicker Mann der gerade zur Tür reigekommen ist, hört es und kommt angelaufen, jeder Schritt wie ein kleines Erdbeben auf den alten Holzdielen des Fundbüros. Tatsächlich!, sagt er. Unser Mann lächelt, ein wenig stolz das er der Finder des Sinnes des Lebs ist. Wo haben sie den denn her? fragt der Dicke. Der, sagt der Mann, lag in einem Haufen Müll im Park herum. Der Dicke ist etwas skeptisch. Sind sie sicher das es auch wirklich der Sinn des Lebens ist? Der Beamte fährt auf: Aber sehen sie doch hin! Was soll es sonst sein?! Der Dicke lässt sich so leicht nicht unterkriegen: Aber das Leben hat doch gar keinen Sinn! Das macht den Beamten stuzig. Wollen sie uns einen Bären aufbinden, werter Herr?, wendet er sich jetzt an den Mann mit dem Sinn des Lebens. Der ist etwas verwirrt, schließlich liegt der Sinn des Lebens doch auf dem Pult. Er weist die beiden anderen hierauf hin, worauf beide nur eine wegwerfende Handbewegung machen. Das, sagt der Dicke, und deutet auf den Sinn des Lebens, ist eindeutig eine Fälschung! Der Beamte nickt zustimmend, und bittet unseren Mann freundlich aber sehr bestimmt zu gehen. Fälschungen will eh keiner haben, sagt er noch, bevor er sich abwendet. Der Mann ist entäuscht. Er nimmt den Sinn des Lebens, und geht wieder, verfolgt von den Blicken des Dicken.
Wieder auf der Straße entschließt sich der Mann zu etwas. Er will herausfinden ob der Sinn des Lebens nun eine Fläschung ist, oder nicht. Also geht er in die Innenstadt. Es ist inziwschen dunkel gewoden, und die Bars und Kneipen füllen sich mit Menschen. Unser Mann steuert eine Bar an, eine mit Karaoke. Er will etwas ausprobieren. Er wartet, solange bis niemand am singen ist, dann nimmt er seinen ganzen Mut zusammen und begiebt sich auf die kleine Bühne. Er nimmt das Mikrophon. Entschuldigung, sagt er, etwas schüchtern. Niemand beachtet ihn. Entschuldigung, probiert er es nocheinmal, diesmal etwas fester und lauter. Immernoch reden die Menschen, ein oder zwei schauen kurz zu ihm rüber, bevor sie sich wieder abwenden. Entschuldigung, aber ich habe den Sinn des Lebens gefunden! schreit der Mann ins Mikrophon, und sofort kehr Stille ein. Der Mann wird rot, spricht aber unbeirrt weiter. Vorhin, im Park, da habe ich ihn gefunden. Hier. Und er zieht den Sinn des Lebens hervor und hält ihn hoch. Lautes Ahhh und Ohh kommt aus dem Publikum. Der Barbesitzter hört es, und kommt aus einem kleinen Hinterzimmer angelaufen. Was ist den hier los?, fragt er. Jemand hat den Sinn des Lebens im Park gefunden. Was? Im Park? Jetzt erst sieht der Besitzter was der Mann auf der Karaoke-Bühne da hochhält. Tatsächlich! entfährt es ihm. Der Mann auf der Bühne ist etwas unsicher, was er als nächstes tun soll. Kann... kann mir jemand sagen was ich damit machen soll? Die Leute sehen erst ihn an, dann den Sinn des Lebens, und schließlich wieder ihn. Stellen sie ihn aus! ruft einer. Verkaufen sie ihn bei Ebay! ruft ein anderer. Nein, versteigern sie ihn hier und jetzt, ruft ein dritter. Zustimmendes Gemurrmel. Aber, wendet der Mann ein, ich will ihn doch behalten.
Oh... das Publikum ist entäuscht. Schließlich erhebt sich einer, und fängt an den Mann zu beschimpfen. Egoist, ruft er. Schwein, rufen ein paar andere. Plötzlich beschimft die ganze Bar unseren armen Mann, und der Barbesitzter tritt vor und schmeißt den Mann sehr ruppig vor die Tür.
Zum zweiten mal findet der Mann sich auf der Straße wieder. Deprimiert beschließt er nach hause zu gehen.
Dort angekommen legt er den Sinn des Lebens auf den Tisch. Er setzt sich davor und starrt ihn lange Zeit an, ohne ein Wort zu sagen. Dann legt er sich schlafen. Schlafen ist immer gut. Dabei kann man sich sammeln.

Der nächste Tag fängt an wie jeder Samstag. Der Mann duscht ausgiebig. Er will gerade seinen Tisch decken, damit er in Ruhe frühstücken kann, als er feststellt das der Sinn des Lebens auf besagtem Tisch liegt. Richtig, denkt er, und erinnert sich das er ihn ja gestern im Park gefunden hat. Er nimmt ihn vom Tisch, sieht in an und weiss immer noch nicht so recht, was damit zu machen ist. Schließlich entscheidet er sich erst einmal zu früstücken. Er tut es ausgibig. Nach dem Früstück will er sich anziehen, läuft in sein Schlafzimmer und fängt damit an. Er hat gerade seine Hose angezogen, als es an der Tür klopft. Erst einmal, dann zweimal. Hastig streift der Mann ein T-shirt über, und rennt zur Tür. Als er sie öffent sieht er sich einem Uniformierten gegenüber. Er trägt Tarnsachen, auf seinem Rücken ist eine MG. Sir, sagt der Uniformierte. Sie haben da etwas das sie nicht haben sollten! Der Mann weiss sofort was gemeint ist. Nein, sagt er, ich habe den Sinn des Lebens nicht! Der Uniformierte zieht eine Pistole aus dem Halfter, und richtet sie auf den Mann. Geben sie ihn mir! Der Mann bekommt einen Schrecken. Aber weil ihm ein sinnloses Leben doch lieber ist als gar keins, geht er den Sinn des Lebens holen, und drückt ihm dem Uniformierten in die Hand.
Der Unifomierte verschwindet wieder. Nebenan geht eine Tür auf, und der Nachbar unseres Mannes sieht hinnaus. Er ist Student. Was war das den, will er wissen. Der Mann erzählt es ihm.
Danach geht er Früstücken. Zum zweiten mal. Auf den Schock.


Der Student will erst so garnicht glauben was er da gehört hat. Als er an diesem Mittag in der Uni sitzt, erzählt er es seinen Freunden. Die Geschichte spricht sich schnell herum, und weil Studenten ein Volk für sich sind, beschließen sie Wiederstand zu leisten. Schnell ist eine Demonstartion ausgebrochen, die ganze Stadt ist besetzt von Studenten. Bringt uns den Sinn des Lebens wieder, steht auf ihren Plakaten! Kein Leben ohne Sinn! schreien sie. Die Regierung beschließt Gegenmaßnahmen. Es kommt zu Straßenschlachten. Viele Menschen sterben, der Kampf dauert drei volle Tage. Danach sind die Protetste versiegt. Der Präsident tritt vor die Presse. Er bestreiet jeh von so etwas gehöret zu haben. Es gibt keinen Sinn des Lebens! Die Presse zitiert ihn. Tausende lesen es in den Zeitungen, hören es in den Abendnachrichten.

Auch unser Mann hört es dort. Er weiss es besser. Aber er schweigt. Den jetzt weiss er es ja: Eigentlich will niemand den Sinn des Lebens haben. Sie suchen nur danach, um etwas zu tun zu haben. Aber auch das spricht er nicht laut aus...

Eine Nacht wie jede andere



Die Menschen laufen an mir vorbei. Ihre Blicke streifen mich, ihre Emotionen sind deutlich in ihren Gesichtern, deutlicher aber in ihren Augen zu erkennen. Ich lese in ihnen den Hohn, den Hass und die Angst, die sie bei meinem Anblick empfinden. Doch vor allem lese ich die Leere in ihrem Blick. Alles was sie fühlen empfinden sie abgestumpft, denn sie sind innerlich schon lange tot. Oder sie schlafen, nur darauf wartend, erweckt zu werden. An diesem Abend jedoch steht mir der Sinn nicht danach, sie zu erwecken aus ihrer Totenstarre- heute will ich ihnen ein wenig lauschen, bis mir der Sinn nach anderem steht.
Ich erreiche mein Ziel. Vor mir erhebt sich ein Palast aus Glas in die warme Luft, Trotzwerk der Menschen in dieser kalten Zeit. Belanglose Plakate zieren die glitzernde Fassade, auf ihnen die Idole aller Menschen abgebildet. Dorthin schauen sie auf und wünschen sich zu sein, wie jene, die dort abgebildet sind. Mich interessieren sie nicht, und so setzte ich mich an einen der freien Tische die zu dem kleinen, viel zu teueren Lokal vor dem Kino gehören und warte auf die Bedienung. Am Nebentisch sitzt ein reiches Pärchen, dumm und glücklich. Genau das wonach ich gesucht habe und so rücke ich ein wenig näher, um ihrem Geschwätz zu lauschen. Ein einzelnes Stück ihrer beider Kleidung hat wahrscheinlich mehr gekostet, als alles was ich am Leibe trage, inklusive Schmuck. Sie ignorieren mich erfolgreich, da Reichere, Menschen die weniger Geld haben als sie generell nicht interessant genug finden, um sich über sie aufzuregen. Sie, eine dümmlich aussehende Blondine mit aufgepumptem Busen, erzählt ihm gerade mit einem Glitzern in den Augen von dem tollen neuen Kleid, welches ihre Freundin sich gekauft hat, und dass sie jetzt unbedingt haben muss.
Als die Bedienung sich nach fünf Minuten an meinen Tisch stellt, hat er es ihr bestimmt hundertmal versprochen. Ich bestelle ein Bier und begutachte aus den Augenwinkeln die restlichen Gäste. Am anderen Ende sind drei Tische aneinander geschoben und eine Gesellschaft von allesamt über vierzigjährigen trinkt einen Schluck, bevor sie sich aufmacht, einen der kommerziellen Ergüsse unserer Zeit mit Dolby Digital und gigantischem High-Tech-Bildschirm zu bewundern. Ein alter Herr mit roter Nase prahlt gerade, laut genug, dass ich es deutlich verstehen kann, damit, dass er eben diesen kommerziellen Erguss schon fünfmal in eben diesem Kino gesehen hat. Der Rest der Gesellschaft nickt anerkennend.
Mein Bier kommt an und ich gedenke mit einem großen Schluck den 3,60 €, die ich für den Liter abgestandener, angewärmter Exkremente bezahlt habe. Ich drücke der Bedienung einen fünf Euro schein in die Hand und teile ihr mit, dass der Rest für sie sei. Ich genieße das gierige Blitzen in ihren Augen für einen Moment, ehe sie sich abwendet und die Bestellung des Nebentisches aufnimmt. Anbei bemerke ich dass, der Reiche Schnösel für seine Begleiterin bestellt- was wohl ganz rechtens ist, da er es wahrscheinlich bezahlen wird. Einen Augenblick mutmaße ich ob sie seine Ehefrau oder seine Geliebte ist, die sich Herren seiner Position zu halten pflegen, gehe dem Gedanken aber nicht nach.
Der Abend wandelt sich langsam zur Nacht. Das Essen kommt schnell, und die hell erleuchteten Straßen der Stadt werden ein klein wenig leerer. Ein Wind kommt auf und ich erhebe mich, das angetrunkene „Bier“ auf dem Tisch stehen lassend für einen kleinen Spaziergang durch die Straßen der Stadt. Erneut ziehen Leute an mit vorbei, dieselben wie schon zuvor. Nun, die Gesichter sind ein wenig anders, aber ihr Geist ist derselbe- genauso leer. Nach meinem kleinen Ausflug in die Welt des Belanglosen begrüße ich die herankommende Nacht wie einen alten Freund, den ich lange nicht mehr erblickt habe. Ich laufe durch die noch immer prall gefüllten Straßen der Stadt und lausche dem unregelmäßigem Atmen eben dieser. Mein Blick gleitet durch die Menschen wie durch Luft, denn er ist gefesselt von der Schönheit der nun eingekehrten Nacht. Hell erleuchtet sind die Gassen der Menschen, blitzend in Glanz und Glimmer. Auf einer der zahllosen Brücken, die in die Altstadt hinein führen, mache ich halt und lehne mich über das Geländer. Die Lichter der Straßen werden vom Fluss zurückgeworfen, der ruhig seines Weges zieht. Ich genieße diese Ruhe, sauge sie auf, wie ein Schwamm Wasser aufsaugt. Langsam beginne ich den Atem der Nacht zu hören, ruhig und klar. Nicht unweit fließt der Bach über ein paar Steine, und ich genieße das monotone Plätschern.
Ich wandere weiter, überquere die Brücke und wende mich der Altstadt zu. Altehrwürdige Fachwerkhäuser ragen über mir auf, der Himmel ist ein Meer aus Schwärze. Noch immer ist alles getaucht in das ebenmäßige Licht der Laternen, und in eben diesem Licht wandere ich bald eine Stunde ziellos durch die Stadt, betrachte die architektonischen Werke die bei Nacht eine ganz eigene Aura zu haben scheinen. An einer kleinen Seitengasse bleibe ich stehen. Dort ist das Licht der Laternen erloschen, wahrscheinlich einer Gruppe Betrunkener sei dank. Ich tauche ein in dieses Meer aus Schwärze und lasse mich überfluten von ihr. Hier ist die Welt der Tagesbewohner zu Ende und vollendet der Nacht gewichen, die kein elektrisches Licht braucht, um in all ihrer Schönheit zu glänzen. Als ich den Blick zum Himmel hebe, sehe ich zum ersten Mal an diesem Abend die Sterne. Das stetige klappern meiner Schuhsohlen verklingt langsam, ein letzter Widerhall in der Nacht, ehe sie mich ganz und gar umschlingt. Ich hülle mich in ihren schützenden Mantel aus Finsternis, schließe die Augen und lausche den fernen Geräuschen der Menschen, die in dieser surrealen Welt eine andere Bedeutung zu haben scheinen.
In der Ferne höre ich den Verkehr, Autos hupen und fahren, der Fluss ist als leises Echo am Rande meines Bewusstseins zu vernehmen- vielleicht ist es auch das Blut, welches mir in den Ohren rauscht. Ich verziehe meinen Lippen, selbst schwarz wie die Nacht, zu einem Lächeln und sehe mich um mit den Augen eines Schattens. Denn das bin ich hier, ein Schatten unter Schemen, ein Teil der Nacht. Ich bewundere die Finsternis die sich in den kleinen Ecken und Winkeln der Häuser festgesetzt hat, bewundere die Sterne und bewundere die Schönheit der Nacht an sich. Ein kalter Wind ist aufgekommen, aber es ist nicht seine Kälte sie ich spüre, sondern den Atem der Nacht, ruhig und gleichmäßig, wie er mir ein Lied singt. Ich atme mit ihr, werde der Wind, werde ein Stern unter vielen, werde was ich immer bin- ein Schatten. Ich spüre, wie die Finsternis sich wollig und warm in mein Herz schleicht und ich weiß, dass ich mit weit offenem Geist da stehe. Ich nehme in mich auf, was ich sehe, als ich weiter wandere. Die Straßen sind kalt und leer, denn die Stadt hat sich jetzt schon längst dem Schlaf übergeben und Atmet im Einklang mit der Nacht- ruhig und gemächlich. Die Straßen liegen da wie die blutleeren Adern eines Riesen aus Glas und Beton. Ich durchsteife sie alleine, und doch fühle ich mich einfach nur… glücklich. Leider reicht unser Wortschatz nicht aus um die Fülle an Emotionen zu beschreiben, um das absolute Glück in Worte zu fassen. Die totalitäre Liebe.
Lange wandere ich durch die Adern des schlafenden Ungetüms das bei Tag mit Leben gefüllt ist wie ein Bienenstock. Ich wandere durch den Stadtpark, sitze am Ufer des Flusses und betrachte die Sterne, wandere die Fußgängerzone auf und ab. Die Stadt gehört zu dieser Stunde mir, da sie eine einzige Bastion der Nacht geworden. Ich wandere immer weiter, staunend und glücklich über die Schönheit der Nacht.
Als der Schlaf mich zu übermannen droht und ich spüre, dass der Zauber der Nacht bald in hellem, blendendem Licht ersticken wird, lege ich mich vor ein Geschäft, hülle mich in meinen Mantel und schließe die Augen. In ein paar Stunden wird man mich wegschicken, wird mich verbannen aus der Tagwelt, denn ich bin keiner ihrer Bewohner. Irgendwie bin ich ganz froh, dass es so ist…

Für einen alten Freund



Hörst du mich?
Ich sehe dich!
Wie du leidest,
dich in Fassaden kleidest.

Irgendwo, weit weg von hier
Sitze ich jetzt neben dir
Höre deinen letzten Schrei
Mein Gott, wann bist du endlich frei?

Frei genug um zu verstehen
Du kannst den Weg nicht weiter gehen
Er führt dich hin zum Untergang
Weist du wie sehr ich um dich bang?

Du Feiert fröhlich weiter
Machst und tust als wärst du heiter
Doch tief in dir, das weis ich jetzt
Bist du es der sich zu mir setzt.

Du suchst die Hilfe die ich gebe
Weil du ahnst das ich nicht lebe
Ich sitze hier und recke mich
Reich meine Hand zu greifen dich.

Das Fest das man dein Leben nennt
Ist es woran dein Geist verbrennt
Jetzt setzt du dir den goldnen Schuss
Machst mit mir und allen Schluss

Nimm meine Hand
Renn durch die Wand
Die du dir gebaut
Dein Schrei ist zu laut

Du willst ihn nicht mehr hören
Er könnte dich beim feiern stören
Doch jede Party geht vorbei
Komm her und setz die Schreie frei

Die Schreie welche in dir reifen
Zu fest nach deiner Seele greifen
Zu hören sind, nur für die Toten,
die dir die Hand entgegenboten

Es ist zu spät
Du betratst einen Weg, der niemals weitergeht
Ich konnte dich nicht erreichen
Das Schicksal stellte dir die Weichen

Die führten dich zur letzten Tat
Du hörest nicht auf meinen Rat
Befreitest dich vom stummen Schrei
Jetzt ist deine Seele frei

Denn irgendwo weit weg von hier
Sitze ich jetzt neben dir
Höre diesen letzten Schrei
Und weis genau, jetzt bist du frei.

The open Window, by Longfellow



The old house by the lindens
Stood silent in the shade,
And on the gravelled pathway
The light and shadow played.

I saw the nursery windows
Wide open to the air
But the faces of the children,
They were no longer there.

The large Newfoundland house-dog
Was standing by the door
He looked for his little playmates,
Who would return no more.

They walked not under the lindens,
They played not in the hall
But shadow, and silence, and sadness
Were hanging over all.

The birds sang in the branches,
With sweet, familiar tone
But the voices of the children
Will be heard in dreams alone !

And the boy that walked beside me,
He could not understand
Why closer in mine, ah ! closer,
I pressed his warm, soft hand !

Hymn to the Night, by Longfellow



I heard the trailing garments of the Night
Sweep through her marble halls!
I saw her sable skirts all fringed with light
From celestial walls!

I felt her presence, by it's spell of might
Stop over me from above:
The calm, majestic presence of the Night,
As of the one I love.

I heard the sounds of sorrow and delight,
The manifold, soft chimes,
That fill the haunted chambers of the Night
Like some old poet's rhymes.

From the cool cisterns of the midnight air
My spirit drank repose;
The fountain of perpetual peace flows there,-
From those deep cisterns flows.

O holy Night! from thee I learn to bear
What man has borne before!
Thou layest thy finger on the lips of Care
And they complain no more.

Peace! Peace! Orestes-like I breath
this prayer!
Descend with broad-winged flight,
The welcome, the thrice-prayed for, the
most fair,
The best-beloved Night!