Dienstag, 19. Januar 2010
Der Mann der den Sinn des Lebens fand
Ich erzähle heute die Geschichte des Mannes, welcher den Sinn des Lebens findet. Er findet ihn an einem Freitag, irgendwann gegen Abend. Sicher fragt man sich, warum das eine Rolle spielen mag. Es spielt keine Rolle, ich erwähne es nur deswegen, weil dieser Mann jeden Freitag aufs neue im Park spazieren geht. Er sagt immer, dass sei gut für die Gesundheit. Es ist durchaus kein alter Mann, aber er ist auch nicht mehr der Jüngste. Ein durchschnittlicher Herr, jemand wie Sie oder ich. An diesem Tag also findet er ihn: Den Sinn des Lebens. Er liegt ein wenig zerknittert unter einer Bank, wo der Mann eine kurze Verschnaufpause einlegen wollte. Verwundert blickt der Mann nach unten, beugt sich ein wenig hinab, und fischt den Sinn des Lebens aus dem Haufen Unrat hervor, in welchem er gelegen hatte. Sicher können Sie sich vorstellen wie verwundert der Mann ist. Da sucht man etwas ein Leben lang, und findet es vergraben in einem Haufen Müll.
Der Mann ist ein wenig unschlüssig was er machen soll. Immerhin, er hatt etwas gefunden, nachdem Millionen von Menschen auf dieser Erde vergeblich suchen. Also streicht er den Sinn des Lebens etwas glatt und steckt ihn ein. Auf dem Heimweg aber, da plagt ihn sein schlechtes Gewissen- sicher hatt jemand den Sinn des Lebens verloren. Also läuft er zum Fundbüro, anstelle von nach Hause zu gehen. Er betritt das Büro, ein kleiner Raum unter der Post, und fragt nach ob jemand sich nach dem Sinn des Lebens erkundigt habe. Nein, sagte der Beamte am anderen Ende des Schalter. Niemand suche ihn. Wie, niemand suche ihn?, frage der Mann, und ist ganz durcheinander. Aber jeder sucht doch nach dem Sinn des Lebens! Ja, das schon, aber Tatsache sei es wohl, antwortet ihm der Beamte, das es den Sinn des Lebens nicht gebe. Der Mann lächelt, und zieht aus seiner Tasche den Sinn des Lebens hervor. Und was ist das dann?
Der Beamte macht große Augen. Das ist der Sinn des Lebens! ruft er aus. Ein dicker Mann der gerade zur Tür reigekommen ist, hört es und kommt angelaufen, jeder Schritt wie ein kleines Erdbeben auf den alten Holzdielen des Fundbüros. Tatsächlich!, sagt er. Unser Mann lächelt, ein wenig stolz das er der Finder des Sinnes des Lebs ist. Wo haben sie den denn her? fragt der Dicke. Der, sagt der Mann, lag in einem Haufen Müll im Park herum. Der Dicke ist etwas skeptisch. Sind sie sicher das es auch wirklich der Sinn des Lebens ist? Der Beamte fährt auf: Aber sehen sie doch hin! Was soll es sonst sein?! Der Dicke lässt sich so leicht nicht unterkriegen: Aber das Leben hat doch gar keinen Sinn! Das macht den Beamten stuzig. Wollen sie uns einen Bären aufbinden, werter Herr?, wendet er sich jetzt an den Mann mit dem Sinn des Lebens. Der ist etwas verwirrt, schließlich liegt der Sinn des Lebens doch auf dem Pult. Er weist die beiden anderen hierauf hin, worauf beide nur eine wegwerfende Handbewegung machen. Das, sagt der Dicke, und deutet auf den Sinn des Lebens, ist eindeutig eine Fälschung! Der Beamte nickt zustimmend, und bittet unseren Mann freundlich aber sehr bestimmt zu gehen. Fälschungen will eh keiner haben, sagt er noch, bevor er sich abwendet. Der Mann ist entäuscht. Er nimmt den Sinn des Lebens, und geht wieder, verfolgt von den Blicken des Dicken.
Wieder auf der Straße entschließt sich der Mann zu etwas. Er will herausfinden ob der Sinn des Lebens nun eine Fläschung ist, oder nicht. Also geht er in die Innenstadt. Es ist inziwschen dunkel gewoden, und die Bars und Kneipen füllen sich mit Menschen. Unser Mann steuert eine Bar an, eine mit Karaoke. Er will etwas ausprobieren. Er wartet, solange bis niemand am singen ist, dann nimmt er seinen ganzen Mut zusammen und begiebt sich auf die kleine Bühne. Er nimmt das Mikrophon. Entschuldigung, sagt er, etwas schüchtern. Niemand beachtet ihn. Entschuldigung, probiert er es nocheinmal, diesmal etwas fester und lauter. Immernoch reden die Menschen, ein oder zwei schauen kurz zu ihm rüber, bevor sie sich wieder abwenden. Entschuldigung, aber ich habe den Sinn des Lebens gefunden! schreit der Mann ins Mikrophon, und sofort kehr Stille ein. Der Mann wird rot, spricht aber unbeirrt weiter. Vorhin, im Park, da habe ich ihn gefunden. Hier. Und er zieht den Sinn des Lebens hervor und hält ihn hoch. Lautes Ahhh und Ohh kommt aus dem Publikum. Der Barbesitzter hört es, und kommt aus einem kleinen Hinterzimmer angelaufen. Was ist den hier los?, fragt er. Jemand hat den Sinn des Lebens im Park gefunden. Was? Im Park? Jetzt erst sieht der Besitzter was der Mann auf der Karaoke-Bühne da hochhält. Tatsächlich! entfährt es ihm. Der Mann auf der Bühne ist etwas unsicher, was er als nächstes tun soll. Kann... kann mir jemand sagen was ich damit machen soll? Die Leute sehen erst ihn an, dann den Sinn des Lebens, und schließlich wieder ihn. Stellen sie ihn aus! ruft einer. Verkaufen sie ihn bei Ebay! ruft ein anderer. Nein, versteigern sie ihn hier und jetzt, ruft ein dritter. Zustimmendes Gemurrmel. Aber, wendet der Mann ein, ich will ihn doch behalten.
Oh... das Publikum ist entäuscht. Schließlich erhebt sich einer, und fängt an den Mann zu beschimpfen. Egoist, ruft er. Schwein, rufen ein paar andere. Plötzlich beschimft die ganze Bar unseren armen Mann, und der Barbesitzter tritt vor und schmeißt den Mann sehr ruppig vor die Tür.
Zum zweiten mal findet der Mann sich auf der Straße wieder. Deprimiert beschließt er nach hause zu gehen.
Dort angekommen legt er den Sinn des Lebens auf den Tisch. Er setzt sich davor und starrt ihn lange Zeit an, ohne ein Wort zu sagen. Dann legt er sich schlafen. Schlafen ist immer gut. Dabei kann man sich sammeln.
Der nächste Tag fängt an wie jeder Samstag. Der Mann duscht ausgiebig. Er will gerade seinen Tisch decken, damit er in Ruhe frühstücken kann, als er feststellt das der Sinn des Lebens auf besagtem Tisch liegt. Richtig, denkt er, und erinnert sich das er ihn ja gestern im Park gefunden hat. Er nimmt ihn vom Tisch, sieht in an und weiss immer noch nicht so recht, was damit zu machen ist. Schließlich entscheidet er sich erst einmal zu früstücken. Er tut es ausgibig. Nach dem Früstück will er sich anziehen, läuft in sein Schlafzimmer und fängt damit an. Er hat gerade seine Hose angezogen, als es an der Tür klopft. Erst einmal, dann zweimal. Hastig streift der Mann ein T-shirt über, und rennt zur Tür. Als er sie öffent sieht er sich einem Uniformierten gegenüber. Er trägt Tarnsachen, auf seinem Rücken ist eine MG. Sir, sagt der Uniformierte. Sie haben da etwas das sie nicht haben sollten! Der Mann weiss sofort was gemeint ist. Nein, sagt er, ich habe den Sinn des Lebens nicht! Der Uniformierte zieht eine Pistole aus dem Halfter, und richtet sie auf den Mann. Geben sie ihn mir! Der Mann bekommt einen Schrecken. Aber weil ihm ein sinnloses Leben doch lieber ist als gar keins, geht er den Sinn des Lebens holen, und drückt ihm dem Uniformierten in die Hand.
Der Unifomierte verschwindet wieder. Nebenan geht eine Tür auf, und der Nachbar unseres Mannes sieht hinnaus. Er ist Student. Was war das den, will er wissen. Der Mann erzählt es ihm.
Danach geht er Früstücken. Zum zweiten mal. Auf den Schock.
Der Student will erst so garnicht glauben was er da gehört hat. Als er an diesem Mittag in der Uni sitzt, erzählt er es seinen Freunden. Die Geschichte spricht sich schnell herum, und weil Studenten ein Volk für sich sind, beschließen sie Wiederstand zu leisten. Schnell ist eine Demonstartion ausgebrochen, die ganze Stadt ist besetzt von Studenten. Bringt uns den Sinn des Lebens wieder, steht auf ihren Plakaten! Kein Leben ohne Sinn! schreien sie. Die Regierung beschließt Gegenmaßnahmen. Es kommt zu Straßenschlachten. Viele Menschen sterben, der Kampf dauert drei volle Tage. Danach sind die Protetste versiegt. Der Präsident tritt vor die Presse. Er bestreiet jeh von so etwas gehöret zu haben. Es gibt keinen Sinn des Lebens! Die Presse zitiert ihn. Tausende lesen es in den Zeitungen, hören es in den Abendnachrichten.
Auch unser Mann hört es dort. Er weiss es besser. Aber er schweigt. Den jetzt weiss er es ja: Eigentlich will niemand den Sinn des Lebens haben. Sie suchen nur danach, um etwas zu tun zu haben. Aber auch das spricht er nicht laut aus...
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen